Ihr Schwiegervater schlug sie vor allen, aber sie nutzte ein verstecktes Talent, um sein gesamtes Kultimperium zu Fall zu bringen – und entfesselte dabei etwas viel Schlimmeres.
Die Entdeckung des alten Hauptbuchs meiner Mutter hatte eine neue Dringlichkeit in mein Vorhaben gebracht. Ich hatte jetzt nicht nur Charles Falkenberg im Visier, sondern auch die mysteriöse Rolle meiner eigenen Familie in der Eintracht. Ich musste schnell handeln, um an aktuelle Informationen zu gelangen.
Meine forensischen Buchhaltungskenntnisse waren eine Sache, aber ich brauchte auch Augen und Ohren in der Welt, in der sich Charles bewegte. Die Welt der verdeckten Operationen und undurchsichtigen Geschäfte war nicht meine eigene. Ich erinnerte mich an eine Empfehlung, die ich vor Jahren von einem ehemaligen Kollegen erhalten hatte, als ich noch in der Wirtschaftsprüfung tätig war.
„Wenn du jemals wirklich tiefe Informationen brauchst, abseits der Legalität, sprich mit Silas Berger“, hatte er damals grinsend gesagt.
„Der Kerl ist ein Phantom, aber er weiß alles.“
Silas Berger war ein Name, der in bestimmten Kreisen wie ein dunkles Geheimnis geflüstert wurde. Er war kein Detektiv im herkömmlichen Sinne, sondern ein diskreter Kontaktmann in der kriminellen Unterwelt, spezialisiert auf die Beschaffung sensibler Informationen, die niemand sonst finden konnte. Sein Ruf war makellos, wenn es um Diskretion ging, und seine Methoden waren skrupellos.
Der Gedanke, mich an die Unterwelt zu wenden, widerstrebte mir zutiefst. Ich hatte mein Leben lang nach Recht und Ordnung gestrebt. Aber Charles Falkenberg operierte nicht nach diesen Regeln. Ich musste mich auf sein Spielfeld begeben, um ihn zu besiegen.
Ich fand eine alte, verstaubte Visitenkarte in einer meiner alten Aktenmappen. Es war die Nummer von Silas Berger. Die Karte war einfach, ohne Logo, nur ein Name und eine Telefonnummer. Keine Adresse, keine E-Mail. Diskretion war hier offenbar die oberste Regel.
Ich zögerte. Meine Finger schwebten über dem Display meines Handys. Sollte ich wirklich diesen Schritt wagen? Was, wenn ich mich in noch größere Schwierigkeiten bringen würde? Aber Ryans verzweifelter Blick, Charles’ Schlag und die Vorstellung der Eintracht als übermächtiges Schattenimperium trieben mich an.
Ich atmete tief durch und wählte die Nummer. Es dauerte nicht lange, bis eine tiefe, raue Stimme abhob.
„Berger“, sagte die Stimme, ohne eine Begrüßung.
„Ich bin Emily Schmidt“, begann ich, meine Stimme war fester, als ich erwartet hatte.
„Ich wurde Ihnen von einem gemeinsamen Bekannten empfohlen. Ich brauche Ihre Hilfe.“
Es folgte eine lange Stille am anderen Ende der Leitung. Ich konnte das leise Rauschen einer Autobahn im Hintergrund hören.
„Schmidt… der Name sagt mir nichts“, sagte Silas schließlich.
„Ich arbeite nicht mehr unter meinem Mädchennamen“, erklärte ich.
„Ich bin die ehemalige Frau von Ryan Falkenberg.“
Wieder Stille. Dieses Mal war sie noch länger, angespannter. Ich spürte, wie Silas’ Interesse geweckt wurde. Die Falkenbergs waren keine Unbekannten, selbst in seiner Welt.
„Charles Falkenberg?“, fragte er, seine Stimme war jetzt merklich kühler.
„Ja“, bestätigte ich.
„Genau der.“
„Und was genau brauchen Sie, Emily Schmidt?“, fragte Silas.
Seine Stimme war jetzt nicht mehr nur rau, sondern auch von einer kühlen Professionalität durchdrungen. Er kannte meinen Namen, meine Verbindung. Das war ein Test, und ich musste zeigen, dass ich seine Zeit wert war.
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