Chapter 9: Die Vorladung

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Scarlett Richter verkündete bei der Verlobung ihrer Schwester ihre Liaison mit einem mächtigen Hotelier – doch ihre Mutter reagierte mit einer bitteren Klage

Chapter 1: Eine kühne Behauptung bei der Verlobung

Chapter 2: Die heimliche Übertragung des Anwesens

Chapter 3: Ein unbequemer Beweis

Chapter 4: Das Tagebuch der Tante

Chapter 5: Lorenzos Angebot

Chapter 6: Ein Blick in die Vergangenheit

Chapter 7: Der psychologische Angriff

Chapter 8: Eine unerwartete Verbindung

Chapter 9: Die Vorladung

Chapter 10: Letzte Verzögerungen

Chapter 11: Die Wende im Saal

Chapter 12: Die enthüllte Wahrheit

Chapter 13: Die Last der Erkenntnis

Chapter 14: Ein neues Kapitel beginnt

Die Enthüllungen über Elisabeths Vergangenheit und die offensichtliche Fälschung des psychologischen Gutachtens hatten die Dynamik im Rechtsstreit völlig verändert. Die Richter-Familie war unter Druck, während Scarlett und Leo, gestärkt durch Lorenzos Unterstützung, mit neuer Entschlossenheit in den Kampf zogen. Das Gericht setzte nun eine formelle Anhörung an, um die Vorwürfe gegen Scarlett und ihre Gegenklage bezüglich des Erbes zu klären.

Die Vorladung kam mit einem offiziellen Siegel, ein dickes Schriftstück, das auf den ersten Blick einschüchternd wirkte. Aber Scarlett hielt es in der Hand, ohne zu zittern. Es war der Moment der Wahrheit, auf den sie gewartet hatte.

Ich traf mich mit Leo und Herrn Schneider in dessen Büro. Wir saßen um einen großen Tisch, darauf stapelten sich Akten und Notizen. Herr Schneider sah müde aus, aber seine Augen glänzten vor Konzentration.

“Die Anhörung findet in zwei Wochen statt”, erklärte Herr Schneider.

Er stieß ein Seufzen aus.

“Wir haben nicht viel Zeit, aber wir haben jetzt starke Beweise.”

Leo nickte. “Die Bestätigung über die gefälschte Unterschrift von Dr. Schmidt ist unwiderlegbar. Und Frau Hoffmanns Aussage über Elisabeth Schmidt als Geburtsnamen ist ebenfalls wichtig.”

Scarlett legte das vergilbte Foto, das Lorenzo ihr gegeben hatte, auf den Tisch. “Und dieses Foto, das Lorenzo als Kind mit Elisabeth Schmidt zeigt, wird belegen, dass die Aussage von Frau Hoffmann stimmt.”

Herr Schneider studierte das Foto aufmerksam. “Das ist ein sehr starkes Indiz. Es verbindet Ihre Mutter direkt mit dieser verborgenen Identität.”

“Elisabeth und Chloe wirken selbstsicher, aber auch zunehmend nervös”, sagte Scarlett.

“Lorenzos subtile Präsenz im Hintergrund, seine bloße Existenz als Zeuge ihrer Vergangenheit, scheint ihnen zuzusetzen.”

Sie hatte es in den letzten Tagen bemerkt. Ein flüchtiger Blick von Elisabeth, ein angespanntes Lächeln von Chloe, wenn Lorenzos Name fiel. Die kleine Kränkung, dass sie selbst fürchten mussten, von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt zu werden, war ein Zeichen der Genugtuung für Scarlett.

“Das ist gut”, sagte Herr Schneider. “Nervosität führt zu Fehlern.”

Er lehnte sich zurück, seine Finger rieben sich über seine Schläfen.

“Wir müssen alles akribisch vorbereiten. Jedes Detail, jede Aussage muss sitzen.”

Leo legte eine Liste mit den Zeugen vor, die sie aufrufen wollten. Neben Frau Hoffmann waren da auch einige andere Bewohner aus der Nachkriegssiedlung, die Leo gefunden hatte, die bereit waren, Elisabeths früheres Leben zu bezeugen. Das war ein schwerer Schlag gegen Elisabeths sorgfältig aufgebautes Lügengebäude.

“Ich habe das Gefühl, dass Chloe und Elisabeth versuchen werden, uns in letzter Minute noch zu überraschen”, sagte Scarlett.

“Sie werden versuchen, unsere Beweise zu diskreditieren oder neue Anschuldigungen vorzubringen.”

“Das ist sehr wahrscheinlich”, stimmte Herr Schneider zu. “Aber wir sind darauf vorbereitet.”

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