Ihr Bauch bewegte sich in der Leichenhalle — Dann enthüllte ein altes Kassenbuch die dunkle Wahrheit über ihren Bruder und unser Nachkriegserbe
Mit dem Kassenbuch und Dr. Richters Rückendeckung suchte ich Kriminalinspektor Meier auf. Sein Büro war nüchtern und zweckmäßig, gefüllt mit dem Geruch von altem Papier und Tabak. Er war ein Mann mittleren Alters, mit müden Augen und der Ausstrahlung eines Mannes, der schon zu viel gesehen hatte.
Ich erzählte ihm die gesamte Geschichte, von Elises Tod, Werners hastigem Verhalten, dem gefälschten Testament, Martas Hinweisen und schließlich dem Kassenbuch. Meier hörte aufmerksam zu, sein Gesicht war ausdruckslos.
Er nahm das Kassenbuch entgegen, blätterte durch die Seiten, seine Augen verweilten auf den Eintragungen von Werners Schulden. Ich sah ein leichtes Stirnrunzeln auf seinem Gesicht.
„Ein Schwarzmarkthändler, sagen Sie? Herr Schmidt?“, fragte er.
Seine Stimme war tief und rauchig. Er schien den Namen zu kennen.
„Ja, so steht es hier“, sagte ich.
Meier nickte langsam. Er tippte mit dem Finger auf das Fälligkeitsdatum, das nur wenige Tage vor Elises Tod lag.
„Das ist in der Tat… interessant, Herr Becker.“
Er legte das Kassenbuch auf seinen Schreibtisch und wandte sich meinen weiteren Informationen zu. Ich sprach über Grubers Besuch, seine nervöse Reaktion und die versuchte Abfindung.
Meier notierte alles sorgfältig in seinem Notizbuch. Er war ein gründlicher Mann, das spürte ich.
„Dr. Richter hat mich ebenfalls kontaktiert“, sagte Meier.
Er sah mich direkt an, und ich sah einen Funken Anerkennung in seinen Augen. Dr. Richters Ruf gab meinen Aussagen Gewicht.
„Sie hat mir ihre medizinischen Beobachtungen mitgeteilt. Die hohe Dosis Beruhigungsmittel und die undefinierte Komplikation.“
Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück, seine Augen scannten die Notizen. Die anfängliche Skepsis, die ich erwartet hatte, wich einer konzentrierten Aufmerksamkeit.
„Gut, Herr Becker. Das ist genug, um eine offizielle Untersuchung einzuleiten.“
Ich spürte, wie sich die Anspannung in meiner Brust löste. Endlich wurde ich ernst genommen.
„Meine erste Spur wird Notar Gruber sein. Sein Name ist in solchen Kreisen nicht unbekannt.“
Meier stand auf und ging zu einem Aktenschrank. Er zog einen Ordner heraus, auf dem „Korruption – Verdachtsfälle“ stand.
„Wir haben Gruber schon länger im Visier. Aber wir konnten ihm nie etwas Konkretes nachweisen.“
Das Kassenbuch und die verdächtigen Umstände von Elises Tod gaben ihnen nun den Hebel, den sie brauchten. Ich spürte, wie ein kleines Licht der Hoffnung in mir aufstieg.
Einige Tage später erhielt ich einen Anruf von Inspektor Meier. Seine Stimme war aufgeregt, aber gedämpft.
„Herr Becker, wir haben etwas gefunden“, sagte Meier.
Seine Worte waren kurz und prägnant. Ich spürte, wie mein Herz schneller schlug.
„Wir haben Notar Grubers Finanzen durchleuchtet. Und wir sind auf eine verdächtige Transaktion gestoßen.“
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