Chapter 9: Notars Grubers Besuch

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Ihr Bauch bewegte sich in der Leichenhalle — Dann enthüllte ein altes Kassenbuch die dunkle Wahrheit über ihren Bruder und unser Nachkriegserbe

Chapter 1: Die Tote bewegte sich

Chapter 2: Die eilig verschlossene Tür

Chapter 3: Werners kalte Drohung

Chapter 4: Die unsichtbaren Fäden

Chapter 5: Martas Erinnerung

Chapter 6: Das verstaubte Archiv

Chapter 7: Ein Lichtblick im Dunkeln

Chapter 8: Der versteckte Schatz

Chapter 9: Notars Grubers Besuch

Chapter 10: Die Spur des Geldes

Chapter 11: Meiers Entdeckung

Chapter 12: Die Gerüchteküche

Chapter 13: Martas mutige Unterstützung

Chapter 14: Die Verzweiflungstat

Chapter 15: Dr. Richters Geheimnis

Chapter 16: Klaras Geständnis

Chapter 17: Die letzte Vorbereitung

Chapter 18: Die Entlarvung im Amtsgericht

Chapter 19: Der Fall und die Folgen

Chapter 20: Ein neuer Sonntag

Am nächsten Morgen, als ich noch immer das Kassenbuch in meinem provisorischen Versteck im Flüchtlingsheim sicherte, erhielt ich unerwarteten Besuch. Wieder war es Notar Gruber, der vor meiner Barackentür stand.

Sein Auftreten war diesmal nicht so kühl und distanziert wie bei unserer letzten Begegnung. Sein Gesicht war blass, und seine Augen huschten nervös hin und her. Offenbar hatte Werners Warnung ihn erreicht.

„Herr Becker, ich muss mit Ihnen sprechen“, sagte Gruber, seine Stimme war dünn.

Er hielt eine weitere Mappe in seinen Händen, die diesmal dünner war. Ich sah das Siegel des Amtsgerichts darauf.

„Es geht um Ihre formellen Ansprüche auf Elises Erbe.“

Ich ließ ihn eintreten, nicht aus Gastfreundschaft, sondern um ihn unter Beobachtung zu halten. Die stickige Luft der Baracke schien ihn sichtlich zu stören. Er vermied es, mich direkt anzusehen.

„Werner Brandt ist sehr besorgt über Ihre… Aktivitäten“, sagte Gruber.

Er räusperte sich. Seine Worte klangen, als würde er sie widerwillig aussprechen.

„Er möchte, dass Sie die Sache ruhen lassen. Er schlägt eine kleine Abfindung vor, damit Sie sich aus der Angelegenheit heraushalten.“

Ein kleines Schmunzeln spielte um meine Lippen. Werner versuchte, mich zu kaufen. Er wusste, dass ich dem Kassenbuch näherkam.

„Und welche Summe hätte Ihr Klient sich vorgestellt?“, fragte ich, meine Stimme war ruhig.

Gruber zögerte. Er schien sich unwohl zu fühlen, diese Verhandlung zu führen. Seine Hände zitterten leicht, als er die Mappe öffnete.

„Er ist bereit, Ihnen fünfhundert Deutsche Mark anzubieten. Eine großzügige Geste, angesichts der Umstände.“

Fünfhundert Mark. Eine Beleidigung. Elises Leben war mehr wert als diese lächerliche Summe. Werners Gier kannte keine Grenzen.

„Mein Interesse gilt nicht dem Geld, Herr Gruber“, sagte ich.

Ich beobachtete seine Reaktion genau. Ein kurzes Zucken seiner Augen, ein angespannter Muskel in seinem Kiefer. Er wusste mehr, als er zugab.

„Ich möchte die Wahrheit über Elises Tod.“

Grubers Gesicht wurde noch blasser. Er schien zu versuchen, seine Fassung zu bewahren, doch seine Nervosität war offensichtlich. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn.

„Die Angelegenheit ist doch klar, Herr Becker. Ein tragischer Unfall, der durch eine… natürliche Komplikation verursacht wurde.“

Seine Worte waren eine hohle Phrase, eine Wiederholung von Werners Lügen. Doch er sprach sie nicht mit Überzeugung aus.

„Sie wissen, dass das nicht stimmt, Herr Gruber.“

Ich lehnte mich vor, mein Blick bohrte sich in seine Augen. Er wich meinem Blick aus, seine Augen huschten wieder hin und her.

„Sie sind tief in Werners Machenschaften verwickelt, nicht wahr?“

Gruber zuckte zusammen, als hätte ich ihn mit einem Elektroschock getroffen. Seine Finger umklammerten die Mappe fester.

„Ich… ich weiß nicht, wovon Sie sprechen“, stammelte er.

Seine Stimme war nun kaum mehr als ein Flüstern. Seine Verteidigung brach langsam zusammen.

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