Chapter 5: Martas Erinnerung

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Ihr Bauch bewegte sich in der Leichenhalle — Dann enthüllte ein altes Kassenbuch die dunkle Wahrheit über ihren Bruder und unser Nachkriegserbe

Chapter 1: Die Tote bewegte sich

Chapter 2: Die eilig verschlossene Tür

Chapter 3: Werners kalte Drohung

Chapter 4: Die unsichtbaren Fäden

Chapter 5: Martas Erinnerung

Chapter 6: Das verstaubte Archiv

Chapter 7: Ein Lichtblick im Dunkeln

Chapter 8: Der versteckte Schatz

Chapter 9: Notars Grubers Besuch

Chapter 10: Die Spur des Geldes

Chapter 11: Meiers Entdeckung

Chapter 12: Die Gerüchteküche

Chapter 13: Martas mutige Unterstützung

Chapter 14: Die Verzweiflungstat

Chapter 15: Dr. Richters Geheimnis

Chapter 16: Klaras Geständnis

Chapter 17: Die letzte Vorbereitung

Chapter 18: Die Entlarvung im Amtsgericht

Chapter 19: Der Fall und die Folgen

Chapter 20: Ein neuer Sonntag

Ich saß immer noch bei Marta, die Tasse Kaffee in meinen Händen war längst kalt geworden. Martas Worte über das Kassenbuch hallten in meinem Kopf nach, ein unerwarteter Schlüssel zu Werners Machenschaften.

Marta bemerkte meine angespannte Haltung. Sie schob eine Platte mit selbstgebackenen Keksen über den Tisch.

„Iss etwas, Fritz. Du siehst aus, als hättest du seit Wochen nichts gegessen.“

Ich nahm einen Keks, doch mein Appetit war verschwunden. Meine Gedanken kreisten um Elises Angst, um Werners Drohungen. Es war ein Bild, das mich zutiefst verstörte.

„Marta, du sagtest, Elise hatte ein panisches Telefonat mit dir?“, fragte ich, meine Stimme war heiser.

Marta nickte, ihre Miene verdunkelte sich. Sie schien die Erinnerung noch einmal zu durchleben.

„Ja, es war vielleicht eine Woche, bevor… bevor Elise starb. Sie rief mich mitten in der Nacht an.“

Ihr Blick verlor sich in der Ferne, als würde sie die Szene vor sich sehen. Die Dunkelheit der Nacht, Elises panische Stimme – es war ein beunruhigendes Bild.

„Ihre Stimme war ganz dünn, als hätte sie geweint. Sie sagte, Werner sei wieder bei ihr gewesen.“

Sie hielt inne, schluckte schwer. Die Emotionen waren ihr deutlich anzusehen.

„Er hatte sie wohl massiv unter Druck gesetzt. Er brauchte eine riesige Geldsumme, sofort. Für seine Spielschulden, hat sie gesagt.“

Eine riesige Geldsumme. Die genaue Summe erwähnte sie nicht, aber das Wort „riesig“ deutete auf etwas Massives hin. Werner musste verzweifelt gewesen sein.

„Elise hat sich geweigert“, fuhr Marta fort, ihre Stimme war nun fester.

„Sie sagte, sie würde das Geld nicht für seine Machenschaften hergeben. Nicht mit dem Baby unterwegs.“

Ich spürte einen Stich des Stolzes auf Elise. Sie hatte versucht, unser zukünftiges Kind zu schützen, selbst vor ihrem eigenen Bruder. Sie hatte ihre Prinzipien nicht verraten.

„Und da hat Werner ihr gedroht“, sagte Marta.

Ihre Augen verengten sich, als sie die nächste Erinnerung hervorkramte. Es war, als hätte sie lange gezögert, diesen Teil zu erzählen.

„Er hat gesagt, wenn sie ihm nicht hilft, würde er dafür sorgen, dass sie alles verliert. Und er würde das alte Kassenbuch nehmen, damit niemand seine Schulden nachvollziehen kann.“

Der Name des Kassenbuches wiederholte sich. Es war der zweite Hinweis auf dieses mysteriöse Objekt. Werner wollte es definitiv nicht in den falschen Händen wissen.

„Er war schon immer eifersüchtig auf Elises Fähigkeit, Ordnung in die Finanzen zu bringen“, fügte Marta nachdenklich hinzu.

Sie schien über Werners Charakter nachzudenken, über die tiefer liegenden Motive. Seine Eifersucht auf Elises Ordnungssinn, ihre Ehrlichkeit. Ein Motiv, das über bloße Gier hinausging.

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